Galakonzert im Evangelischen Haus zu 900 Jahre Stadt Schwabach


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Akkordeon-Ensemble Roland Gössnitzer & Sextett feierte 2016 bereits 35 Jahre gemeinsames Musizieren, ein Meilenstein in der Ensemblechronik war zuletzt die Gründung einer musikalischen Freundschaft mit dem Akkordeon-Ensemble Mosaico Musicale unter der Leitung von Horst Bauer in Hausmannstätten bei Graz, die bei einem Festkonzert, gemeinsam mit dem Singkreis „Quotlibet“, am 28.Mai 2016 in der Steiermark geschlossen wurde.

Der Name „Mosaico Musicale“ der Steiermärker wurde zum Programm – das Gala-Konzert in Schwabach anlässlich der 900-Jahr-Feiern wurde zu einem grandiosen Musikmosaik, mit internationaler Musik aus rund drei Jahrhunderten. Durch den Abend führte Ferdinand Gössnitzer unterhaltsam und informativ, weil er zu jedem Werk auch Interessantes zu Komponist und Zeit berichtete.

Die evangelische Stadtkirche leistete ihren Beitrag mit Pfarrer Stefan Herpich an einem dezenten, den Rhythmus unterstützenden Schlagzeug und Kantor Gerhard Silberhorn am Piano als stets präsenter Begleiter von Sopranistin Inge Dirsch, sie steuerten “ach ich hab in meinem Herzen“, bekannt von Rudolf Schock, und das Chanson von Edith Piaf Piaf „Non, je ne regrette rien“ bei. Zusammen mit dem Gössnitzer-Ensemble brachten sie eine Uraufführung des Text- und Tondichters Dieter Zürl zum 900-Jahre-Jubiläum der Stadt Schwabach zu Gehör, wobei der Text an die Wand projiziert wurde, so dass die Konzertbesucher mitsingen konnten.

Begonnen hatte den Abend das Gössnitzer-Ensemble (mit Pfr. Stefan Herpich am Schlagzeug) mit „Musik ist Trumpf“ – eine gelungene Einstimmung in das Motto des Abends. Der erste Teil wurde von den Schwabacher Musikern gestaltet, wobei mit der Ouvertüre aus dem Barbier von Sevilla, einem Potpourri aus der Lustigen Witwe, Filmmusik aus Casablanca und einem Medley von Werken des großen Duke Ellington die ganze Bandbreite von Klang und Gestaltungsmöglichkeiten des Akkordeons demonstriert wurde. Hier zeigten die Ensemble-Mitglieder Roland Gössnitzer in der zweiten Stimme, Kerstin Berro und Birgit Kramer in der ersten Stimme, Marion Seidel in der drittenStimme, Elke Gössnitzer in der vierten Stimme und Susanne Pöller im Bass eine Musikgestaltung von orchestralem Klang, liedhaften Passagen, Rhythmuswechseln, tänzerischer Leichtigkeit einen absolut nicht langweiligem sondern mitreißend swingendem Vortrag.

Im zweiten Teil des Abends entführten die Gäste aus der Steiermark ihre Zuhörer zunächst in die steierische Volksmusik, um über russische Fantasie, ungarische Tänze und einen „Paso doble Malaga“ aus dem Südwesten Europas wieder in Österreich bei der Tritsch-Tratsch-Polka von Johann Strauß zu landen. Das Publikum dankte für den Vortrag – bei bekannten Melodien wurde sogar trotz Ton- und Videoaufnahmen mit gesummt. Horst Bauer leitet – selber beidhändig das Instrument spielend – souverän sein Quintett mit Margarete Ditter, Jakim Lippacher, Helga Schweintzger und Josel Ditter, in dem die Mitglieder auch solistisch überzeugen konnten.

In Wien gesellte sich jetzt auch das Gössnitzer-Sextett zu dem Gäste-Ensemble mit einem großen Finale mit der Folge von fünf Walzern aus Geschichten aus dem Wienerwald, die Heurigen-Gemütlichkeit war zum Greifen. Danach ging es über Wohlfühlmusik von James Last noch einmal zu lateinamerikanischen Rhythmen eines Tango Bandoniana von Felix Schaffer, ehe das eigentliche Programm mit dem Champagner-Galopp des dänischen Komponisten Hans Christian Lumbye und Roland Gössnitzer am Korken-Knall-Apparat endete.

Das Publikum dankte den Musikern für ein Konzert mit ungeheuer großer Bandbreite an Werken, Komponisten, Stilrichtungen, flexiblem Musizieren und Instrumentierung sowie gekonnten solistischen Passagen mit reichem Beifall. Die Musiker quittierten den Applaus mit „Lets twist again“ als Zugabe, hierfür gab es dann „Bravo-Rufe.

MdL Karl Freller hatte mit seinem Grußwort recht, in dem er dem Gössnitzer-Ensemble für mittlerweile 36 Jahre Bereicherung der Schwabacher Musiklebens dankte. Und Enrico Popp, Bezirksvorsitzender Franken des Deutschen Harmonika Verbandes überreichte mit einem Jahr Verspätung nicht nur die Ehrenurkunde an den Ensemble-Leiter Roland Gössnitzer für das 35-jährige Bestehen, sondern zeichnete dessen Frau Elke Gössnitzer mit der silbernen Verdienstnadel für 40 Jahre Akkordeonspiel aus, nachdem sie bereits vier Jahre vorher in einem Jugendorchester tätig war.

Text und Bild: Thomas Karl


Bild der Ensembles